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Schwarze Grütze: „TabularasaTrotzTohuwabohu“

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Diese Veranstaltung ist bereits vorbei.
Anlass:
Schwarze Grütze: „TabularasaTrotzTohuwabohu“
Date:
21. April 2012 20:00
Kosten:
14
Veranstalter:
Life House
Aktualisiert:
3. April 2012
Ort:
Life House
Anschrift:
Google Maps
Am Schulzentrum 14, Stemwede, 32351, Deutschland

„Facebook hat mein Leben gerettet!“ klingt erst mal wunderbar positiv, „ich lasse mir das Hirn absaugen“ irgendwie auch. Aber natürlich weit gefehlt. Auch Themen wie Mobbing und die GEMA werden genussvoll durch die Grütze gezogen, eine Arzneimittelhymne wird zelebriert, die wahre Anarchie in der Einhaltung der Gesetze verortet, Punk und Reihenhaus seziert. Und natürlich fehlen auch wieder die irrwitzigen Sprachspiele nicht. Hier verdreht ein umtrainierter Linkshänder zwerchfellerschütternd seine Worte, dort entsorgt das selbsternannte „Opfer unser Wegwerfgesellschaft“ seine Liebschaften nach dem ersten Gebrauch, und zwar in aberwitziger Wortjonglage.

Beim Versuch, der permanenten Überforderung der eigenen Denkmaschine im modernen Informationsstrudel etwas Wirksames entgegenzusetzen, scheitern wir alle immer wieder auf verschiedenen Ebenen. Die Schwarze Grütze legt im aktuellen Programm den musikalischen Zeigefinger treffsicher in genau diese Wunde. Schon mit dem Entziffern des Titels sind wir beim Überfliegen leicht überfordert. Man muss schon zweimal hinsehen. Und genau das machen Dirk Pursche und Stefan Klucke in ihren wie immer bemerkenswerten Songtexten auch.

 

Der Name „Schwarze Grütze“ entstand irgendwann im letzten Jahrtausend mal aufgrund des Doppeldeutigkeit des Wortes Grütze: Scharfsinn und Blödsinn, und das alles abgelöscht mit einem guten Schuss schwarzem Humor. In diesem Sinne sind sich Pursche und Klucke bewundernswert treu geblieben. Sie sind zu sperrig für die gängigen Schubladen, zu selten in den gängigen TV-Formaten und zu sehr sie selbst, um daran irgendetwas zu ändern. Es gibt Einiges auf deutschen Bühnen, das sollte man einfach live gesehen haben, die Schwarze Grütze gehört mit Sicherheit dazu.

„Eigentlich könnte man es sich schön gemütlich machen im musikalischen Mantel der beiden, wenn das Innenfutter nicht gespickt wäre mit tausend Nadeln. Das piekst und tut weh und ist doch so lustig, dass man doch lieber Lachtränen vergießt“, schrieb einer, der es gesehen hat.